Stipendium Plus
© Heidi Scherm. Quelle: sdw
© Heidi Scherm. Quelle: sdw

Mein Weg zur Hans-Böckler-Stiftung und die Förderung der Stiftung

Daniel Eberts, Studium Spanisch und Geschichte (Lehramt an Gymnasien), Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt/Main

Wenn ich von meinem Weg in die Hans-Böckler-Stiftung (HBS) erzählen soll, muss ich eigentlich im Plural von meinen Wegen in die HBS sprechen, weil ich zwei Mal in die Förderung der Stiftung aufgenommen wurde. Mein erster Weg in die HBS ist wohl auch meinem Lebenslauf geschuldet, der ein eher etwas ungewöhnlicher oder besser gesagt gebrochener ist.

Nachdem ich meine Ausbildung zum Koch abgebrochen hatte, verschlug es mich in der zweiten Hälfte des Jahres 2006 auf eine Einrichtung des Zweiten Bildungsweges (ZBW), wo ich mein Abitur nachholen wollte. Neben der Schule war ich gesellschaftspolitisch unter anderem mit antirassistischer Arbeit aktiv, wodurch zwei Mitstudierende auf mich aufmerksam wurden. Diese beiden wurden mit einem Stipendium der ZBW-Förderung unterstützt. Die Hans-Böckler-Stiftung ist die einzige Stiftung, die auch Schüler_innen des Zweiten Bildungsweges auf dem Weg zum Abitur unterstützt. 

Daniel Eberts
Daniel Eberts

Nun schlugen mich die beiden für ein Stipendium der HBS vor. Nachdem sie und eine Vertrauensdozentin mir ein Gutachten schrieben, flatterte einige Wochen später ein Schreiben der Stiftung ins Haus, in dem mir geschrieben wurde, dass ich in die ZBW-Förderung aufgenommen wurde! Dass ich ziemlich glücklich darüber war, muss ich wohl nicht extra erwähnen… Die nächsten 1,5 Jahre bis zum Abitur war ich nun also Stipendiat der Hans-Böckler-Stiftung. Ich wurde fortan mit Büchergeld, einem ZBW-Grundstipendium und natürlich der ideellen Förderung (z.B. Vernetzung mit weiteren ZBW-Studierenden und dem breiten Seminarangebot der Stiftung) unterstützt. Nachdem ich das Abitur bestanden hatte, schickte mir die Stiftung einen netten Glückwunschbrief, ich schied mit dem Erlangen des Abiturs aber natürlich auch wieder aus der Förderung aus.

Das sollte aber nicht das Ende des Liedes sein, denn ich bin ja glücklicherweise noch einmal in die Förderung der Stiftung aufgenommen worden. Je näher ich dem Abitur rückte, desto deutlicher wurde mir klar, was ich anschließend machen wollte: Ein Lehramtsstudium beginnen, um Lehrer zu werden. Da ich über die Stiftung natürlich auch in Kontakt zu den Gewerkschaften gekommen war, trat ich noch während meiner Zeit an der ZBW-Oberstufe in die GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) ein, um in einer organisierten Interessensvertretung zu sein, die für meine Rechte und die aller Arbeitnehmer_innen im Bereich Erziehung, Bildung und Wissenschaft eintritt. Nachdem bestandenem Abitur schrieb ich mich also in einen Lehramtsstudiengang an der Uni Frankfurt ein.

Aber wie wurde ich denn nun noch ein Mal in die Studienförderung der Stiftung aufgenommen? Über das Gewerkschaftliche Verfahren. Bei diesem schlagen die Mitgliedsgewerkschaften des Deutschen Gewerkschaftsbunds ihre Mitglieder als Kandidat_innen für die Studienförderung vor. Nach einigen Wochen bekam ich erneut die freudige Kunde, dass ich in die Studienförderung der HBS aufgenommen wurde. Schon kurz darauf wurde ich zu einem Einführungsseminar eingeladen, in dem ich nicht nur meine Referatsleitung und andere Stipendiat_innen kennenlernte, sondern auch viele wichtige Informationen über die Möglichkeiten der Studienförderung erhielt. Von Informationen über die Solidaritätsarbeit der Stipendiatenschaft, der Vorstellung wichtiger Gremienvertreter_innen bis hin zum Seminarprogramm der Stiftung wurden alle offenen Fragen beantwortet. 

Besonders das Seminarprogramm in der Stiftung sollte ich nicht unerwähnt lassen, da ich im Laufe meiner Zeit als Stipendiat an verschiedenen Seminaren teilgenommen habe, die mich persönlich sehr bereichert haben. Zum einen gibt es Fachbezogenes, in meinem Falle Lehramtsbezogenes. Hier habe ich an verschiedenen Seminaren teilgenommen, wie einem internationalen Vergleich der Bildungssysteme in Madrid, wo das spanische Bildungssystem beleuchtet wurde, wir uns aber auch mit Dozent_innen der Universität Complutense Madrid über die Lehramtsausbildung und mit den Kolleg_innen der spanischen Gewerkschaften über die Auswirkungen der Krise ausgetauscht haben.

Außerhalb des eigenen Faches gibt es ein interessantes Seminarangebot, wie beispielsweise die Sommersprachschulen. Als frisch aufgenommener Stipendiat konnte ich über einen Platz auf der Nachrückliste schon 2010 an der Sommersprachschule Spanien in Asturias (Nordspanien) teilnehmen, die von Stipendiat_innen in Kooperation mit der Stiftung organisiert sowie vor Ort betreut wurde, wo wir für vier Wochen einen Intensivsprachkurs Spanisch besuchten. Da eine der beiden Organisatorinnen im darauffolgenden Jahr ihr Studium beendete, bot ich mich für eine Mitarbeit bei Organisation und Betreuung vor Ort an, was angenommen wurde. Seit 2011 bin ich nun an der Planung und Durchführung der Sprachschule beteiligt, in deren Zuge wir auch ein breites kulturelles und politisches Programm ausgearbeitet haben, mit diversen Treffen und Vorträgen zu Gewerkschaften, Krise und sozialen Bewegungen. Die Förderung der Hans-Böckler-Stiftung umfasst noch weitere Bereiche, mit diesen Zeilen sollte ein kleiner Einblick in meine individuelle Fördergeschichte in und mit der HBS gegeben werden.


Avicenna Studienwerk
Cusanuswerk e.V.
Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk
Evangelisches Studienwerk e.V. Villigst
Friedrich-Ebert-Stiftung
Friedrich Naumann Stiftung für die Freiheit
Hans Böckler Stiftung
Hanns Seidel Stiftung
Heinrich Böll Stiftung
Konrad Adenauer Stiftung
Rosa Luxemburg Stiftung
Stiftung der deutschen Wirtschaft
Studienstiftung des deutschen Volkes