Stipendium Plus

Stipendiatenporträts

© Ramona Raabe

Ramona Raabe, 4. Semester Filmwissenschaft, FU Berlin

„Durch die Studienstiftung bin ich wahnsinnig motivierenden Menschen begegnet, konnte mein eigenes Studium thematisch vertiefen und habe viele Anregungen zu Themen bekommen, mit denen ich mich vorher noch nie auseinander gesetzt hatte. Die Akademien bringen Studierende unterschiedlichster Denkweisen und Hintergründe zusammen, die eines vereint: die Bereitschaft, in den Dialog zu treten und anzupacken. Es gibt immer viel zu lachen und zu lernen. Bislang habe ich keinen Akademieort uninspiriert verlassen. “


© Martin Diepold

Sema Gedik, Modedesign und Bekleidungstechnik, Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin

Sema Gedik (28) studiert Modedesign und Bekleidungstechnik an Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. Sie ist dabei, die erste Maßtabelle für kleinwüchsige Menschen zu erstellen. Ihr Ziel: coole Mode für kleine Leute.

Auf die Frage, warum sie Mode mit sozialen Aspekten verknüpft, antwortet Sema Gedik: „Mode setzt grundsätzlich Statements, zeigt Präsenz, aber sie wirkt oftmals unnahbar und verkörpert ein ‚unnatürliches Ideal‘. Ich habe mich immer gefragt, wie Mode näher an den Menschen kommen kann.“ Das Ergebnis dieses Denkprozesses ist das Projekt „Auf Augenhöhe“, mit dem sie Bekleidung für Menschen mit Kleinwuchs entwirft und das sie während ihres Bachelorstudiums begonnen hat. Sema Gediks Projekt ist ambitioniert: Ein Ziel im Rahmen ihres Masterstudiengangs ist es, die weltweit erste Konfektionsgrößentabelle für Menschen mit Kleinwuchs zu entwickeln. Dafür hat sie bis jetzt rund 400 Menschen vermessen. Je mehr Daten, desto besser die Passform.

Das Stipendium schafft Perspektiven für ihre Vision

Nach ihrem Bachelorstudium regt ihr Professor die Bewerbung für die Fachhochschulförderung bei der Studienstiftung an. Er ist der erste, der sie auf diese Möglichkeit aufmerksam macht, denn in der Generation ihrer Eltern hat niemand studiert. Und auch nach diesem ersten Gespräch sind sie und ihr privates Umfeld unsicher, ob mit ihrem Migrationshintergrund ein Stipendium bei der Studienstiftung des deutschen Volkes überhaupt realistisch ist. Dies erweist sich als Fehleinschätzung – ihre Bildungsbiografie wird wertgeschätzt, und ihr langjähriges soziales Engagement in den verschiedensten Organisationen sowie ihre sehr guten Noten überzeugen.

Die finanzielle und ideelle Förderung eröffnen ihr viele Wege. Hatte sie schon während des Bachelorstudiums ein Jahr am Amsterdamer Fashion Institute studiert, geht sie jetzt für ein Auslandssemester nach Santiago de Chile. Nach dem Auslandssemester dient der Sprachkurs in Málaga zur Vertiefung der spanischen Sprachkenntnisse.

Sie nutzt von Beginn an intensiv die Möglichkeiten der ideellen Förderung. Auf zahlreichen Treffen ihrer Hochschulgruppe lässt sie sich von Gesprächen und Vorträgen anregen. Politische Themen inspirieren zur Auseinandersetzung mit dem gängigen Mode- und Kunstverständnis. Die Kontakte zu Stipendiaten aus anderen Fachrichtungen erweitern den eigenen Horizont und prägen ihre Arbeit mit der Mode.

„Die Förderung der Studienstiftung ist für mich nicht nur eine Unterstützung meines Studiums, sondern ein ganz wesentlicher Impuls für die Weiterentwicklung einer langfristigen Perspektive meiner Vision: Mode soll nicht an sozialen Dimensionen scheitern.“

Die nächsten Schritte

Sema Gedik hat schon konkrete Pläne für die Zeit nach dem Master. Das Projekt „Auf Augenhöhe“ wird sich weiterentwickeln, da ist sie sich sicher. „Das hatte ich eigentlich nie wirklich vor. Ursprünglich wollte ich in einem großen Modeunternehmen arbeiten. Aber die Selbstständigkeit ist der nächste logische Schritt im Rahmen des Projekts.“

Dazu gestaltet sie „Auf Augenhöhe“ so um, dass es als Unternehmen funktioniert, gemeinsam mit Jan Siegel, der sich um Finanzen und Strategien kümmert, und Laura Knoops, verantwortlich für Marketing und Kommunikation. Unterstützt werden die drei von einem Stipendium des Startup Incubator Berlin, einem Gründungszentrum mehrerer Hochschulen in Berlin.

Die nächsten Ziele sind, die Kollektion und die Konfektionsgrößen über das Internet zugänglich zu machen und sie bei größeren Modefirmen zu platzieren. Dazu gehört auch ihr Plan: eine Tabelle mit Konfektionsgrößen für Schuhe für Menschen mit Kleinwuchs.

Stand: November 2017

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Website: Mode für kleinwüchsige Menschen – Auf Augenhoehe


© Privat

Jan-Marcus Nasse, Physik, Universität Heidelberg

Im ewigen Eis zu forschen, ist für manche ein Kindertraum. Für seine Promotion in der Umweltphysik begibt sich Stipendiat Jan-Marcus Nasse regelmäßig in die Antarktis – auf die deutsche Forschungsstation Neumayer III. Ein Gespräch über seine Faszination für die Physik und seine Expeditionen in die Antarktis.

Herr Nasse, warum haben Sie Physik studiert?

Ich habe am meisten Spaß, wenn ich das Gefühl habe, den Dingen wirklich auf den Grund zu gehen. Nicht nur aus einer, sondern aus verschiedenen Perspektiven. Das war schon in der Schule so. Nach dem Abitur habe ich mich gefragt, wo ich das am ehesten wiederfinde. Und das war die Physik. Hier beschäftige ich mich mit den grundlegenden Phänomene in der Natur, deren Verhalten und Gesetzmäßigkeiten.

Was fasziniert Sie an der Physik?

Ich mag es, an meine intellektuellen Grenzen zu gelangen. Und das passiert häufig in der Physik. Man beißt sich an diesen Grenzen fest und hofft, sie etwas herausschieben zu können. Begonnen hat es damit in der Oberstufe. Ich habe einen Kurs zur speziellen Relativitätstheorie besucht, der bei mir eine bleibende Faszination hinterlassen hat – gerade weil es so schwierig war, Einsteins Gedankenexperiment gedanklich zu fassen.

Sie haben Ihren Bachelor zunächst in Heidelberg absolviert. Während dieser Zeit haben Sie ein Studienjahr in Frankreich verbracht – wie hat Sie dieser Aufenthalt geprägt?

Ich habe dort eine hervorragende Vorlesung zur Fluiddynamik besucht. Die Fluiddynamik ist ein Teilgebiet der Strömungslehre und beschäftigt sich mit bewegten Fluiden wie Luft oder Wasser, die Körper umströmen und beeinflussen. Unser Dozent hat die dahinterliegenden physikalischen Konzepte auf großartige Weise mit Alltagsbeobachtungen verbunden. So hat er zum Beispiel gezeigt, warum Zugvögel in der charakteristischen V-Formation fliegen – auf diese Weise können die hinteren von der Strömung um die Flügel der vorderen Vögel profitieren und so ihre Kräfte schonen. Nach meiner Rückkehr habe ich diese Verbindung – zwischen grundlegender Physik und Phänomenen im Bereich der Umweltphysik, die durch Beobachtung zugänglich sind – zum Schwerpunkt meines folgenden Masterstudiums gemacht.

Inzwischen promovieren Sie auch im Bereich der Umweltphysik. Wie sieht Ihr Projekt aus?

Mein Projekt ist interdisziplinär zwischen atmosphärischer Fernerkundung, Atmosphärenphysik und Atmosphärenchemie angesiedelt. Mit einem Instrument zur Messung von Gaskonzentrationen in der Atmosphäre, das ich im ersten Jahr meiner Promotion mit der Hilfe von Kollegen gebaut habe, beobachte ich seit Anfang 2016 die Chemie der unteren Atmosphäre an der deutschen Antarktisstation Neumayer III. Im Fokus stehen dabei Moleküle, die Halogene wie Brom oder Chlor enthalten. Diese können in hochreaktiven Verbindungen, sogenannten Radikalen auftreten, die dann trotz winzigster Konzentrationen einen enormen Einfluss auf eine ganze Reihe in der Atmosphäre ablaufender chemischer Prozesse haben. Zu deren Auswirkungen gehören ein Abbau des bodennahen Ozons, eines wichtigen Spurengases für chemische Selbstreinigungsprozesse der Atmosphäre oder die Oxidation und der dann folgende Eintrag giftiger Quecksilberverbindungen in die Biosphäre.

Die Studienstiftung fördert Sie seit Ihrem Studienbeginn. Wie profitieren Sie davon?

Der Austausch mit den anderen Stipendiatinnen und Stipendiaten ist für mich der wertvollste Aspekt der Förderung. Ich treffe auf den Veranstaltungen der Studienstiftung fast ausnahmslos offene und interessierte Menschen, mit denen ich großartige Diskussionen führen kann und deren Neugier einen beim Nachdenken über das eigene Fach oder Projekt immer wieder herausfordert. Dieser kontinuierliche, interdisziplinäre Austausch hat sicher auch dazu beigetragen, dass ich meine Promotion in einem interdisziplinären Umfeld durchführe und mich dort sehr wohlfühle.

Wo und wie tauschen Sie sich mit anderen Stipendiatinnen und Stipendiaten aus?

Ich nutze dazu vor allem das Bildungsprogramm der Studienstiftung. In der Zeit meiner Studienförderung habe ich an zwei Sommerakademien, zwei Sprachkursen und einigen stipendiatisch organisierten Exkursionen teilgenommen. Bei meiner ersten Akademie in Ftan in der Schweiz habe ich beispielsweise in einer interdisziplinären Arbeitsgruppe über die Unterschiede zwischen Natur- und Geisteswissenschaften interessante, teils kontroverse Diskussionen geführt, die sich auch am Nachmittag außerhalb der Arbeitsgruppe fortsetzten.

Seit Beginn meiner Promotion habe ich an einem Doktorandenforum und einem Kompetenzseminar für Doktoranden teilgenommen. Beide Male habe ich es genossen, gedanklich einige Schritte weg von den Details und aktuellen Problemen meines Promotionsprojekts zu machen, mir für einen Vortrag für ein interdisziplinäres Publikum einen Überblick über die größeren Zusammenhänge zu verschaffen und diese mit den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu diskutieren. Neben den spannenden Projekten der anderen war auch der Austausch über das Promovieren an sich und damit verbundenen Schwierigkeiten oder auch Erfolgserlebnissen immer sehr motivierend, um sich danach wieder an den nächsten – kleinen – Schritt der eigenen Arbeit zu machen.

Was bedeutet es für Sie, Stipendiat der Studienstiftung zu sein?

Für mich verbindet sich damit ein Auftrag: Zum einen, fachlich ambitioniert zu sein, ohne dabei die größeren Zusammenhänge aus dem Auge zu verlieren und offen zu sein für Austausch und Inspiration über starre Fächergrenzen hinweg. Zum anderen verstehe ich es auch als Verantwortung über die Förderzeit hinaus einen eigenen Beitrag zu der Welt zu leisten, in der wir leben, um das Vertrauen und die intellektuelle Freiheit, die ich durch die Förderung genieße, weiterzugeben. Deshalb engagiere ich mich bereits jetzt für die Gesellschaft.

Wie genau engagieren Sie sich?

Ich gehe zum Beispiel an Schulen, erzähle dort von meinen Expeditionen und gestalte eigene Projekte. Nach einem Vortrag oder einem Workshop von einer Lehrerin gesagt zu bekommen, dass ein Kind jetzt Polarforscher werden will, ist die größte Belohnung für mich – neben dem Beantworten der kniffligen Fragen, die auch schon Fünftklässler stellen können oder den leuchtenden Augen beim Anprobieren von Expeditionsausrüstung.

Jan-Marcus Nasse wird im Rahmen seiner Promotion auch vom Evangelischen Studienwerk gefördert.

Stand: Oktober 2017

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© Victor Frankowski

Max Schumacher, Zeitgenössischer Tanz, Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main

Max Schumacher liebt es, zu tanzen und zu performen. An der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main studiert er Zeitgenössischen Tanz. Parallel dazu hat er bereits diverse Engagements – zum Beispiel in Großbritannien, Israel und Portugal. Als Künstlernamen trägt er den Namen seiner Mutter – Makowski. Ein Gespräch über den zeitgenössischen Tanz, seinen Lieblingschoreographen Hofesh Shechter und die analoge Fotografie.

Herr Schumacher, wie sind Sie zum Tanz gekommen?

Seit meiner Kindheit bin ich durch meine Mutter mit Theater und durch meinen Vater mit Film in Verbindung. In meiner Jugend habe ich viel Theater gespielt, nach dem Abitur an zeitgenössischen Tanzprojekten teilgenommen. Eigentlich wollte ich mich auch an einer Schauspielschule bewerben – bin dann aber irgendwie doch bei einer Tanzhochschule gelandet. Im Nachhinein kommt es mir so vor, als ob ich unbewusst eine versteckte Leidenschaft ausgebuddelt habe, die sich vorher so nicht gezeigt hat.

Was bedeutet Tanzen für Sie?

Es ist eine Leidenschaft, die mich selbst sehr überrascht hat, da sie sehr spät zum Vorschein kam. Mir ist es wichtig, das zu tun, was ich liebe. Außerdem kann ich mir einfach nicht vorstellen, nichts mit Kunst zu tun zu haben. Da war mir die Bühne doch sehr nah und vertraut. Ich liebe es zu performen und die Energie zu spüren, wenn sich Menschen versammeln, um die Kunst Anderer im Hier und Jetzt zu erleben und zu teilen. Dabei habe ich das Gefühl, zu einem sehr wichtigen Teil dieser Welt, dieses Lebens zu werden.

Was fasziniert Sie an Ihrem Studium?

Mich fasziniert die Intensität, die man verspürt, wenn man sich und seinen Körper einer Choreographie, einem Gefühl, der Musik oder einer Aufgabe zur Improvisation hingibt und das Adrenalin, das durch das Linoleum der Tanzbühne in meinen Körper schießt, wenn es dunkel wird im Saal. Außerdem fasziniert mich immer wieder, zu was für Dingen der menschliche Körper fähig ist und was Tanz und Musik gesellschaftlich und sozial alles erreichen können

Worin besteht für Sie die gesellschaftliche Kraft von Tanz und Musik?

Tanz und Musik haben die Gabe, Menschen zu verbinden. Ich bekomme jedes Mal Gänsehaut, wenn ich bei einer sogenannten Milonga, einem Tanzabend für den Tango Argentino, zusehe und die Leidenschaft des Tanzes wortlos den Raum erfüllt. Oder auch bei afrikanischen Tänzen – bei denen es ganz natürlich ist, dass alle Anwesenden am Tanzfest teilnehmen. Auch wenn sie nicht selbst tanzen, unterstützen sie das Ganze, indem sie singen oder trommeln. Es herrscht eine unglaublich schöne und gemeinschaftliche Energie.

2013 waren Sie für Ihr Studium am Laban Conservatoire for Music and Dance in London, sind aber auch sonst viel im Ausland unterwegs. Welche Projekte verfolgen Sie hier?

Ich reise des Öfteren nach Tel Aviv in Israel, habe dort bei der berühmten Batsheva Dance Company von Ohad Naharin vorgetanzt und auch viel mittrainiert. 2016 habe ich dort in einem der Stücke des Abends „Batsheva Dancers Create“ mitgetanzt. 2015 war ich außerdem für acht Monate Mitglied der Junior Company meines Lieblingschoreographen Hofesh Shechter in London. Dafür habe ich die Hochschule frühzeitig verlassen. Und zurzeit bin ich öfter in Portugal – dank der Studienstiftung habe ich seit 2016 mit Marco Da Silva Ferreira, einem Choreographen aus Porto, ein Projekt am Laufen. Dafür haben wir viel in Portugal und Frankreich geprobt und haben nun einige Gastspiele in eben diesen Ländern, aber auch in Belgien und eventuell bald in Macao.

Welche Erfahrungen haben Sie im Ausland gemacht?

Tänzerisch, würde ich sagen, hat mich Israel mit Ohad Naharins berühmtem Gaga-Tanzstil sehr geprägt. Gaga wurde von Ohad Naharin, dem Direktor der Batsheva Dance Company, als heilende Bewegungsmethode entwickelt, als er selbst sehr krank war und sich kaum noch bewegen konnte. Es basiert auf sehr flüssigen und organischen Bewegungen und wird immer durch bildhafte Improvisationsaufgaben angeleitet. Man kommt in einer Gaga-Stunde nie zum absoluten Stillstand und schult somit den Körper, sich selbst durch Tanz wieder zu sortieren. Gaga ist das reguläre Training der Batsheva Dance Company und ist im vergangenen Jahr bekannt geworden durch den Film „Mr. Gaga“.

Gab es besondere Erlebnisse im Ausland, die in Erinnerung geblieben sind?

Eines der stärksten Erlebnisse war es, in Paris für die Premiere eines Stückes meines bis dato gefühlt unerreichbaren Lieblingschoreographen Hofesh Shechter auf der Bühne zu stehen. Shechter ist ein sehr berühmter Choreograph aus Israel, der früher bei der Batsheva Dance Company getanzt hat und später seinen eigenen Stil entwickelt hat. Man erkennt und spürt die Wurzeln im Gaga bei seinem Training, jedoch geht es auf der Bühne bei ihm letztlich mehr ums animalistische, aggressive und gemeinschaftliche Tanzen, das immer sehr rhythmisch verbunden ist mit der von ihm selbst komponierten Musik dazu. Das Stück, mit dem wir als Shechter’s Junior Company getourt sind, hieß „deGeneration“. Es bestand eigentlich aus drei Stücken. Und zwar aus zweien seiner allerersten Kreationen: „Cult“ und „Fragments“, und einem neuen Stück, „Disappearing Act“.

Was haben Sie nach Ihrem Studium vor?

Nach meinem Abschluss werde ich weiterhin an Projekten in der freien Tanzszene teilnehmen und versuchen, auch Projekte in Berlin zu finden, in meiner Heimat, wo ich mittlerweile wieder wohne. Hier unterrichte ich hin und wieder Profitraining in verschiedenen Studios und habe eine regelmäßige Stelle als Lehrer für Zeitgenössischen Tanz und Improvisation in einem Vorausbildungsprogramm für junge Tänzerinnen und Tänzer. Außerdem werde ich im Frühjahr 2018 mit der Hofesh Shechter Company eine Oper für das Theater La Scala in Mailand wiederaufnehmen und arbeite parallel dazu mit meiner Kommilitonin und guten Freundin Orla McCarthy, die ebenfalls in der Studienstiftung ist, an einem eigenen Stück, das im Sommer 2018 Premiere haben wird.

Was raten Sie anderen jungen Leuten, die überlegen, Tanz zu studieren?

Überlege es Dir gut und hundert Mal, ob Du dazu bereit bist, Dich in der überfüllten Welt von tausenden talentierten Tänzerinnen und Tänzern durchzuschlagen und mit deiner Kunst um jeden Cent zu kämpfen. Es ist sehr wichtig, seine Fühler in alle möglichen Richtungen auszufahren und immer neue Sachen auszuprobieren, viele verschiedene Stile anzugehen und immer die Herausforderung zu suchen.

Was machen Sie sonst noch gerne in Ihrer Freizeit?

Den größten Teil meiner Freizeit verbringe ich im Ausland, wenn ich für ein Projekt dort bin, für eine Probe oder eine Aufführung, also meistens geht es auch hier um Tanz. Ich nutze die Zeit vor Ort aber gerne, um mit meinem Fotoapparat unterwegs zu sein. Denn ich versuche neben Tanz und Performance andere Leidenschaften zu pflegen – die Größte ist da die analoge Fotografie. Ich entwickle meine Negative selbst zu Hause. Ich wurde nach kleineren Ausstellungen in Berlin in eine beliebte Galerie in Lissabon eingeladen und habe dort auch gerade erst in einem Café ausgestellt. Außerdem liebe ich es, Musik zu machen und zu singen. Ich versuche mich gerade in die elektronische Musikproduktion reinzufummeln, um die Musik für meine Stücke selbst machen zu können.

Was bedeutet es für Sie, Stipendiat der Studienstiftung zu sein?

Es bedeutet für mich, dass ich eine Gruppe Menschen hinter mir stehen habe, die ein Talent in mir erkannt haben und mich unterstützen. Dafür bin ich sehr dankbar. Außerdem fühle ich mich gepusht, viele der angebotenen Förderungen in Anspruch zu nehmen. Ich möchte das Beste aus diesem Stipendium machen – denn es ist ein unglaubliches Privileg.

Stand: September 2017

Weitere Infos

Website von Max Schumacher (Makowski)
Künstler- und Musikerförderung der Studienstiftung

Avicenna Studienwerk
Cusanuswerk e.V.
Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk
Evangelisches Studienwerk e.V. Villigst
Friedrich-Ebert-Stiftung
Friedrich Naumann Stiftung für die Freiheit
Hans Böckler Stiftung
Hanns Seidel Stiftung
Heinrich Böll Stiftung
Konrad Adenauer Stiftung
Rosa Luxemburg Stiftung
Stiftung der deutschen Wirtschaft
Studienstiftung des deutschen Volkes